Er lässt’s richtig krachen

Grenzenlose Freiheit und grenzenlose Stimmung für einen guten Zweck: Die Benefizgala des Hilfsvereins „Wir helfen“ bekam an ihrem neuen Standort wieder neuen Auftrieb. Rund 400 begeisterte Besucher feierten am Freitagabend im Christian-Wirth-Saal der Usinger Schule.

2015_11_09

Als der Klostertaler Markus Wohlfahrt die Tische erklomm, war die Stimmung auf dem Gipfel.

Usingen. 

Es bedürfe nur zweier Worte: „Wir helfen“, sagte der Landtagsabgeordnete Holger Bellino (CDU), um die Besonderheit des Vereins herauszustellen. „Wir helfen“, die zwei Worte seien schon seit 25 Jahren Programm, fügte er seinen Grußworten dann doch noch einige Worte hinzu und betonte unter anderem noch das ehrenamtliche Engagement aller Mitwirkenden und Helfer. Die Spitze dieser vielen Ehrenamtlichen, Vereinsvorsitzende Heike Anders, hatte am Freitagabend die große Benefiz-Gala eröffnet und dabei viel zu tun, bis sie die zahlreichen Gäste aus der Politik und vor allem das treue Gala-Publikum des Vereins mit seinen „Fan-Tischen“ aus Hasselbach und Steinfischbach begrüßt hatte.

Das Programm des Abends stand wie stets in den vergangenen 25 Jahren auf zwei Beinen: ein Dreigangmenü vom Büfett und ein mehrgängiges Unterhaltungsmenü für Augen und Ohren. Ersteres schien unerschöpflich und führte so manchen zum Nachschlag über den bloßen Hunger hinaus. Denn was die verschiedenen Köche aus dem Taunus, die das Büfett jeweils bestücken, wieder aufgefahren hatten, war absolut vom Feinsten. So fand das österreichische Hirschgulasch nur lobende Worte und wetteiferte mit dem steirischen Krustenbraten um die Gunst der Zungen. Auf dem Dessertbüfett lieferten sich unter vielen anderen Leckereien die Marillenknödel und der Apfelstrudel dieses Gefecht.

So wie das Büfett hatte der ganze Abend eine alpine österreichische Note, auch die Musik. Dies fing bereits mit Moderator Christian Konieczny an, den Anders zwar als „Usinger Bub“ vorstellte, der es sich aber nicht nehmen ließ, zunächst in Lederhosen das Programm zu moderieren. Aber nicht nur das, mit einem weiteren Lederhosen-Buam legte er einen atemberaubenden Schuhplattler hin. Ganz außer Atem retteten ihn die Worte „Das Büfett ist eröffnet“ vor der Zugabe.

Mit vollem Mund soll man nicht reden, lernen Kinder beizeiten, deshalb begleiteten die „Gipfelstürmer“ aus dem Taunus die dezenten Tischgespräche mit Unterhaltungsmusik. Ob man mit vollem Bauch reden kann, das wurde noch nicht untersucht, aber was auch immer Andreas Knecht in seinem Bauch hatte, es war weder ein Plüschhund noch ein Rabenvogel. Der Bauchredner lieh beiden allerdings seine zweite Stimme und machte nicht nur mit seinen frechen Plüschfell-Tieren drollige Späße, sondern massierte auch mit Witzen und Superpointen verdauungsfördernd die Zwerchfelle der menügesättigten Zuschauer.

Gänsehaut-Ballade

Die „Gipfelstürmer“ waren auch mehr als eine Hintergrundband, denn außer dem gewohnt breiten Repertoire aus der Pop- und Schlagerwelt beeindruckten Sängerin Bianca und Christine Müller am Flügel mit einer Gänsehaut-Ballade. Die Lateinformation des Tanzsportclubs Usingen trat mit drei Tanzpaaren auf und gewährte Einblicke in ihre Choreographie, mit der sie in der kommenden Saison in der Landesliga startet. Ohne reichlich Hüftschwung ging es dabei nicht, besonders bei der Samba. Vielleicht war auch dies der Grund, dass Markus Wohlfahrt den Eindruck gewann, „die Hesse’ sind die Brasilianer Europas“. Wohlfahrt, Mitbegründer der „Klostertaler“, war der Stargast des Abends und „Schlagobers“ auf dem Magen, Ohren und Augen füllenden Unterhaltungsprogramm.

Er besang mit vielen Liedern seine Vorarlberger Heimat und Tirol und erklomm beispielsweise mit „Grenzenlose Freiheit“ auch a cappella die Berge. Aber er ließ es auch richtig krachen und stieg dazu auf die Tische im Publikum – sein Auftritt war ein Stimmungshöhepunkt. Das Publikum machte und sang von Anfang an mit, jubelte dem Entertainer zu, der nach mehreren Zugaben auch noch viele Autogramm-, und Selfie-Wünsche zu erfüllen hatte.

Quelle: TaunusZeitung vom 09.11.2015
Text und Foto: Frank Saltenberger

 

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