Bücherei Steinfischbach wird 2012 zum Café ausgeweitet

… und verfügt über 5000 Werke

januar-2017

Martine Dollé-Anders (Tafel Idstein), Nana Schätzlein (Helferteam Bücher-Café), Reinhold Krieger (Hilfsverein Usinger Land), Heinke Geiter (Hospizbewegung Idstein), Erika Pleiner (Helferteam), Helga Klaffke (Büchereileiterin), Karin Kaul, Karin Grußbach (beide Helferteam), Pfarrerin Miriam Lehmann (von links) bei der Spendenübergabe in der ev. Gemeindebücherei Steinfischbach.

STEINFISCHBACH – Schon 1844 wurde in Steinfischbach eine Gemeindebücherei eingerichtet. Unter anderem die Kriegswirren sorgten für die Schließung. Etwa 300 Bücher wurden zwischengelagert. So stellte vor 40 Jahren Helga Klaffke die Frage, was mit diesen geschehen solle. „Nun, dann tu etwas“, erhielt sie als Antwort. Die Idee für die evangelische Gemeindebücherei war geboren. Seitdem leitet Helga Klaffke die Gemeindebücherei, die inzwischen mehr als 5000 Werke im Bestand hat.

Drei Institutionen erhalten in diesem Jahr Spenden

Das Bücherei-Café entstand wiederum 2012. Es hat jeweils am letzten Donnerstag im Monat von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet. Zu dem Kaffeenachmittag, für den die Frauen Kuchen spenden, kommen etwa 30 Frauen. Alles wird kostenlos angeboten. Der Hintergrund der Aktion war, Spenden für die Reparatur der Kirchendächer in Steinfischbach und Reichenbach zu sammeln. 2500 Euro kamen zusammen. Seit 2015 entscheidet das Helferteam mit Renate Glufke, Karin Grußbach, Karin Kaul, Erika Pleiner und Ingrid Steffens über die Verwendung der Spenden.

Nun erhielten die Vertreterin der Tafel Idstein, Martine Dollé-Anders, Reinhold Krieger vom Hilfsverein Usinger Land und Heinke Geiter von der Hospizbewegung Idstein jeweils 300 Euro. Außergewöhnlich ist es auch für Pfarrerin Miriam Lehmann, dass eine Bücherei soziale Projekte in dieser Form unterstützt. Sie bedankte sich für das großartige ehrenamtliche Engagement.

Gerne in die Bücherei kommt seit 20 Jahren Karin Guckes. Sie meint, „ich hol meistens Bücher für die ganze Familie, von Zeitschriften bis hin zu Krimis“. Zehn Cent beträgt die Leihgebühr. Also eher ein symbolischer Betrag, wie auch Tanja Enders meint. Sie holt seit vier Jahren nicht nur Bücher, genießt Kaffee und Kuchen, sondern bringt auch eigene Bücher mit, die sie spendet. Der vierjährige Niklas Helle hat sich jetzt schon zum Bücherwurm entwickelt und schaut seit seinem ersten Lebensjahr hier die Kinderbücher an. Letztlich finden die Leseratten ein breites Spektrum an Lesestoff vor. So beispielsweise „Der kleine Otto und seine Mama“ für Dreijährige, die Reihe „Das magische Baumhaus“, Kochbücher, Nützliches über Garten und Natur sowie vielerlei Sachbücher wie „Schach für Einsteiger“. Romane jeglicher Art wie „Opus – das verbotene Buch“ und Krimis dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Nur zur Erinnerung liegen Raritäten in der Truhe, wie „Morgen wieder lustik“ von 1924, „Blauveilchen und Sonnenblumen“ von 1901 oder gar „Kampf überall“ von Dora Schlatter aus dem Jahr 1893. Für das Luther-Jahr werden für die Herbstausstellung Familien-Bibeln gesucht. Einige sind bereits im Archiv und werden dann ausgestellt. Bereits am Sonntag, 19. Februar, um 15 Uhr findet der traditionelle Lesetreff mit Kaffee und Kuchen im alten Rathaus statt. Thema wird der Reformator sein. Beteiligen wird sich das Bücherei-Café erneut am Lesefest, zu dem im vorigen Jahr viele Besucher aus den Nachbarorten kamen. Angesichts dessen, dass die Bücherei selbst am 23. April ihr 40-jähriges Bestehen feiert, werden um 14 Uhr ein Gottesdienst und anschließend ein Büchereitag angeboten, zu dem auch ein Puppenspieler erwartet wird.

 

Quelle: Wiesbadener Tagblatt am 28.01.2017
Von: Gerhard Dubinyi
Foto: wita/Martin Fromme

Advertisements